Dachstuhlbrand in Dormitz

geschrieben von: Scharf Florian | Kommandant FF Dormitz

DORMITZ - Am 16.08.2016 alarmierte die ILS Bamberg zu einem Dachstuhlbrand in den Thüringer Weg 9 in Dormitz. Die Kommunikation wurde über den analogen 4m Funk abgehalten, da noch keine Aufschaltung der umliegenden Wehren stattgefunden hatte. Schon auf der Anfahrt des LF der FF Dormitz rüstete sich der 1. Atemschutztrupp mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten aus und es waren schon Flammen aus dem Balkonfenster auf der östlichen Hausseite zu sehen.

Ebenso waren aus einem Dachfenster auf der südlichen Seite Flammen und Rauch zu erkennen. Nach Eintreffen an der Einsatzstelle wurde als erstes erkundet, ob sich noch Personen im Gebäude befanden. Ein männlicher Bewohner wurde im Haus bei versuchten Löscharbeiten angetroffen und nach außen begleitet. Nachdem er berichtete, dass sich keine weiteren Personen im Haus befanden, bekam der 1. Atemschutztrupp (AST) den Befehl zur Brandbekämpfung mit einem C-Rohr gegen das Feuer über das Treppenhaus im 2. OG vorzugehen. Die Wasserversorgung wurde durch einen Oberflurhydranten in der Frankenstrasse am Feuerwehrgerätehaus gesichert. Zeitgleich stellte die FF Dormitz den 2. AST als Sicherungstrupp mit einem weiteren C-Rohr vor dem Gebäude am Verteiler ab. Zusätzlich wurde ein 3. C-Rohr von Außen auf die östliche Gebäudeseite befohlen, um eine Brandbekämpfung durch eine zerborstene Balkontüre im 2. OG zu ermöglichen.

Die Einsatzleitung wurde vom 1. Kommandanten der FF Dormitz übernommen und das Mehrzweckfahrzeug stellte die zentrale Kommunikationsschnittstelle zur ILS und allen nachrückenden Fahrzeugen dar.

Die ebenso alarmierte FF Neunkirchen mit dem 1. Löschfahrzeug bekam nach Eintreffen den Befehl, einen weiteren AST auszurüsten und in der 2. Doppelhaushälfte (Hausnummer 8) ein Übergreifen des Brandes durch Decken oder Wände mit der Wärmebildkamera (WBK) zu kontrollieren. Der Zugang musste durch Einschlagen des dortigen Küchenfensters vorgenommen werden, da sich die Bewohner im Urlaub befanden und kein anderer Zugang gegeben war. Das 2. LF der FF Neunkirchen bekam den Befehl eines Außenangriffes von der südlichen Seite mit 3 C-Rohren, um das Ziegeldach von Hausnummer 9 & 8 abzukühlen und somit ein Übergreifen des Feuers in Hausnummer 8 zu verhindern. Die Wasserentnahme wurde durch einen Unterflurhydranten in der Sudetenstraße gesichert. Die ebenso angerückte Drehleiter (DLK) aus Uttenreuth wurde auf der nordöstlichen Gebäudeseite in Stellung gebracht und wurde mit Atemschutzgeräteträgern im Korb ausgerüstet, um einen Außenangriff über das Dach mit Einreißhaken zu gewährleisten. Diese Wasserversorgung wurde über einen Unterflurhydranten in der Kreuzung Frankenstraße/Schlesier Straße gesichert. Zu dem Zeitpunkt wurde die First Responder Einheit zum Absperren der Frankenstraße befohlen um ein sicheres Arbeiten zu gewährleisten. Zu dem Zeitpunkt traf der zuständige Kreisbrandmeister ein. Die alarmierten Streifen der Polizeiinspektion Forchheim, ein Einsatzleiter Rettungsdienst, eine Notärztin (ASB Gräfenberg) und 2 Rettungswägen (1x ASB Gräfenberg/Neunkirchen und 1x RK Erlangen/Oberland/Kleingeschaid) kamen ebenso zur Einsatzstelle und meldeten sich beim Mehrzweckfahrzeug der FF Dormitz an. Der 1. AST der FF Dormitz wurde durch einen weiteren AT von der FF Dormitz ersetzt und zeitgleich mit einem 2. AST der FF Neunkirchen in den Innenangriff und öffnen der Decke im 2. OG befohlen. Dafür wurde eine 2. WBK der FF Uttenreuth verwendet. Nachdem nach 20 Minuten nicht absehbar war, wie lange die Brandbekämpfung noch dauert, wurden die FF Kleinsendelbach und Hetzles für weitere Atemschutzgeräteträger nachalarmiert.

Ebenso wurde eine 2. DLK nachalarmiert, für ein öffnen des Dachstuhles und Brandbekämpfung von der südlichen Seite (Sudetenstraße). Nachdem an der südlichen Seite des Hauses ein unbebauter Bauplatz befand, konnte ziemlich nahe ans Gebäude herangefahren werden. Nur mit 1 Person im Korb der DLK konnte das Dach geöffnet und ein besseres Löschen des Dachstuhles gewährleistet werden. Auf Nachfrage der ILS-Bamberg wurde der Fachberater des THW Forchheim hinzugezogen und alarmiert. Die alarmierten zuständigen Feuerwehrführungskräfte des Landkreises (der Kreisbrandrat, der Kreisbrandinspektor, der Atemschutzkreisbrandmeister und ein weiterer Kreisbrandmeister) trafen an der Einsatzstelle ein. Eine Einsatzübernahme dieser war nicht gegeben.

Nach eintreffen der FF Kleinsendelbach wurde der 2. AST der FF Neunkirchen abgelöst, um in der Hausnummer 8 ein übergreifen zu kontrollieren. Ebenso wurde bei der DLK Uttenreuth der Atemschutztrupp getauscht, um das nördliche Dach weiter zu öffnen und das Feuer im Dachstuhl zu löschen.

Zeitgleich wurde über die First Responder Gruppe Dormitz der FF Dormitz die Verpflegung für alle Einsatzkräfte (FW, RD, Pol, THW) organisiert und Sitzmöglichkeiten am Feuerwehrgerätehaus aufgebaut. Ein Kaminkehrer wurde bei dem Brand nicht benötigt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich ca. 80 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner  an der Einsatzstelle. Nach ca. 1,25 Stunden war der Dachstuhlbrand unter Kontrolle, aber es befanden sich immer noch Glutnester im 2. OG. Nach kurzer Besprechung der Einsatzleitung mit Fachberater THW und den KBMs / KBI / KBR über das weitere Vorgehen, wurde beschlossen, dass das komplette Brandgut im 2. OG ausgeräumt werden sollte. Die nachalarmierten Wehren FF Kleinsendelbach, FF Uttenreuth mit DLK und die FF Forchheim mit DLK wurden ab ca. 17:30 Uhr nicht mehr benötigt und fuhren wieder zurück. Ebenso trat ein LF der FF Neunkirchen und die FF Hetzles die Heimreise an.

Hingegen wurden die Schnelleinsatzgruppe (SEG) und ein Kran vom THW Forchheim alarmiert. Eine kleine Mulde der Firma Bedachungen Spatz und ein Abrollbehälter der Firma Containerdienst Schrott Lorenz, beide Firmen aus Neunkirchen am Brand, konnten zur Beseitigung des auszuräumenden Brandgutes organisiert werden. Zeitgleich fing die mittlerweile angekommene Kriminalpolizei aus Bamberg mit den Ermittlungen des Brandherganges an. Diese wurde durch die örtliche Feuerwehr unterstützt und es wurden die ersten Aussagen zu Papier gebracht.

Die FF Neunkirchen begann unter leichtem Atemschutz mit dem herausschaufeln des Brandgutes aus dem 2. OG in die am THW Kran hängende kleine Mulde. Diese wurde am Boden in den Abrollcontainer gekippt. Beim Wechsel der Mannschaft auf die FF Dormitz konnte auch das 2. LF der FF Neunkirchen aus dem Einsatz gelöst werden. Immer wieder mussten Glutnester im Brandgut mit Wasser abgelöscht werden. Diese Beseitigung dauerte ca. 2 Stunden 30 Minuten. Die SEG des THW Forchheim bereitete ihren Einsatz währenddessen vor, um das eingeschlagene Fenster (Hausnummer 8) mit Holzplatten und das geöffnete Dach (Hausnummer 9) mit Folien, Dachlatten und Nägel zu schließen. Hierzu rückte ab ca. 20:30 die DLK aus Uttenreuth wieder an und half beim aufbringen der Folie auf das Dach und beleuchtete zusätzlich die Arbeiten.

Um ca. 23:50 Uhr konnten der ILS Bamberg Brandeinsatz ENDE gemeldet werden. Gleichzeitig begann für einige Kameraden und Einsatzleitung der FF Dormitz eine Brandwache auf unbestimmte Zeit. Es wurde halbstündlich das komplette Haus mit WBK und Handlampen kontrolliert. Nachdem bei 8 Begehungen keine besonderen Gefahren und Temperaturen mehr erkannt wurden, beendete der Einsatzleiter die Brandwache um ca. 04:00 Uhr. Ein teilweise 13 Stunden dauernder Einsatz war abgearbeitet.

In Summe waren ca. 140 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und THW am Einsatz beteiligt.

Ergänzung durch den KFV Forchheim: An dieser Stelle möchten wir uns wieder ganz herzlich bei News5 für die Einsatzfotos bedanken. Ein großes Dankeschön an Christian Herse und dem ganzen Team!

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