Die Jugend wird weiblicher

geschrieben von: Alexander Hitschfel

EGGOLSHEIM/LKR. FORCHHEIM - Immer mehr Mädchen setzen sich den roten Helm auf. Dies lässt die Bilanz erkennen, die die Führungsriege der Kreisfeuerwehrjugend bei ihrer Delegiertenversammlung am 2. April in Eggolsheim zog.

In seinem Bericht nannte der Kreisjugendfeuerwehrwart Christian Wolfrum auch statistische Zahlen aus dem Verband. So sei die Anzahl der 74 Jugendfeuerwehren im Landkreis Forchheim gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben.
Die Mitgliederanzahl bleibt - kumuliert man die Neuaufnahmen, Austritte und Übertritte in die aktive Wehr - ebenfalls stabil. Zählte man per 31. Dezember 2014 362 Jungen, 125 Mädchen, also insgesamt 487 Mitglieder, waren es am Jahresende 2015 347 Jungen und 139 Mädchen, also insgesamt 486 Gesamtmitglieder. Die Jugendfeuerwehr im Landkreis Forchheim wird also weiblicher.
Die Hauptaufgabe der Jugendorganisation, den Nachwuchs für die aktiven Wehren zu sichern, funktioniert. Im Berichtsjahr konnten insgesamt 57 männliche und elf weibliche Jugendfeuerwehrler in die aktiven Wehren übertreten. 27 Mitglieder sind aus den Jugendfeuerwehren ausgeschieden. Die Mitgliederentwicklung: 2012 waren es 569 Mitglieder, 2013 570 Mitglieder, 2014 612 Mitglieder und 2015 nannte Wolfrum nun 486 Mitglieder, was seiner Meinung nach nicht den aktuellen Mitgliederstand widerspiegele, weswegen die Zahl nur wenig Aussagekraft habe. Die Veränderungen der Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren erkläre sich dadurch, dass Berichte von einzelnen Jugendfeuerwehren nicht - oder nur teilweise - abgegeben wurden.

Berichte pünktlicher abgeben

Er appellierte an die Jugendleiter den Jahresbericht gewissenhafter zu führen und pünktlich abzugeben. Nur so habe man verlässliche Zahlen und könne noch bessere Planungen für die Zukunft anstellen. Was deutlich zu sehen sei, sei der große Anteil an weiblichen Mitgliedern. Die Gruppenstunden würden meist im 14-tägigen Rhythmus abgehalten. 18 Feuerwehren hätten angegeben, Nachwuchssorgen zu haben. Hier sei es besonders wichtig ehrlich zu sein, denn nur so könne man von Seiten des Kreisfeuerwehrverbandes die betroffenen Jugendfeuerwehren bei der Ursachenforschung und bei der Suche nach neuen Mitgliedern unterstützen. Insgesamt habe man in der feuerwehrtechnischen Ausbildung 3191 Stunden Unterricht abgehalten, 2009 Stunden seien es in der allgemeinen Jugendarbeit gewesen. Die Jugendwarte der Wehren würden von insgesamt 105 Betreuern unterstützt. "Nachwuchs zu bekommen wird immer schwieriger", so Wolfrum weiter. Viele hätten dies erkannt und was vor Jahren noch belächelt wurde werde auch im Landkreis Forchheim immer beliebter: "Es gibt immer mehr Gründungen von Kinderfeuerwehren". Die Fachbereichsleiterin "Kinderfeuerwehr", Anna Hack, vermeldete in ihrem Bericht einen sprunghaften Anstieg der Kinderfeuerwehren im Landkreis Forchheim. Derzeit zähle der Landkreis Forchheim 23 gemeldete Kinderfeuerwehrgruppen. 2014 seien es nur 13 gemeldete Gruppen gewesen. Auch Anna Hack hatte ein ähnliches Problem mit nicht eingereichten Statistikzahlen in ihrem Bereich. Von den 23 bekannten Gruppen hätten lediglich 14 einen Jahresbericht abgegeben. Die 14 Gruppen würden derzeit 151 Kinder, darunter 39 weiblich und 112 männlich zählen. Auch sie ging auf die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr ein. Der Fachbereich "Öffentlichkeitsarbeit" gab ebenfalls einen umfassenden Bericht ab und berichtete vor allem über das erfolgreich abgehaltene Seminar "Öffentlichkeitsarbeit in der Feuerwehr" bei der Feuerwehr Ebermannstadt, an dem auch Medienexperten als Gastreferenten teilnahmen. Fachbereichsleiter Timo Sokol, zuständig für Wettbewerbe und Prüfungen im Landkreis Forchheim, ging in seinem Bericht auf die Vielzahl an Leistungsprüfungen im abgelaufenen Jahr ein. Natürlich durften auch die für solche Veranstaltungen sonst üblichen anderen Tagesordnungspunkte nicht fehlen.

Schriftführerin Anna Büttner verlas das Protokoll der letzten Delegiertenversammlung; Kassiererin Andreas Erner präsentierte das Jahresergebnis. Kassiererin und Vorstandschaft wurden von der Versammlung entlastet. Nachdem Christian Wolfrum, der bisher Fachbereichsleiter des Übungsgeländes in Neuses war, im letzten Jahr den Posten des Kreisjugendwartes übernommen hatte, musste für Wolfrum ein Nachfolger gesucht und gewählt werden. Dieses fand man in Andre´ Scholz von der Feuerwehr Buckenhofen. Kurz ging man auch auf die kommenden Veranstaltungen im Jahr 2016 ein. Geehrt wurde der frühere Kreisjugendfeuerwehrwart und jetzige Kreisbrandrat Oliver Flake für seine Verdienste um die Nachwuchsarbeit im Landkreis Forchheim. Durch Flake seien im Landkreis Forchheim Seminare für Jugendwarte eingeführt worden und außerdem habe er der Jugendordnung "Leben eingehaucht". Sein Einsatz habe maßgeblich zur Nachwuchsförderung beigetragen, hieß es in der Laudatio.

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