Gedanken und der Dank zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel

geschrieben von: Flake Oliver | Kreisbrandrat

Liebe Kameradinnen und Kameraden,
nach einer zeitlich anspruchsvollen Vorweihnachtszeit kommen wir alle langsam zur Ruhe. Dies ist für mich die Zeit, einige Gedanken zum abgelaufenen Jahr niederzuschreiben und auch in die Zukunft zu blicken. Das vergangene Jahr hat uns vielfältig beschäftigt und gefordert.

Wir konnten die ersten 150jährigen Jubiläen unserer Feuerwehren feiern, wurden zu zahlreichen Einsätzen gerufen und haben in vielen Übungsstunden unsere Weiterbildung vorgenommen. All diese Tätigkeit wurde auch oft von den Medien begleitet und wir konnten in der Presse lesen, wie effektiv wir die Einsätze abgearbeitet haben. Bei all dieser medialen Aufarbeitung fehlt mir doch oft ein wesentlicher Punkt, welcher kaum zur Sprache kommt: Wir haben in unserem Landkreis noch 123 eigenständige Feuerwehren, deren Mitglieder alle ihren Dienst ehrenamtlich versehen. Genau hier beginnt für mich der Punkt zum Nachdenken. Die Freiwilligen Feuerwehren wurden ursprünglich als Bürgerwehr gegründet, um bei größeren Unglücksfällen schnell helfen zu können und eine Schadensausbreitung zu verhindern. Fast jeder Bewohner eines Ortes engagierte sich in dieser Wehr wohl wissend, dass auch er selbst in eine missliche Lage kommen könnte, wo er auf die Hilfe des Nächsten angewiesen ist. Diese dem Gemeinwohl zugewandte Bürgerwehr ist heute per Gesetz für den abwehrenden Brandschutz und die technische Hilfe verantwortlich und den Kommunen obliegt es als Pflichtaufgabe diese Feuerwehren aufzustellen und zu unterhalten. 

Bis hierhin erscheint dies alles kein Problem zu sein. Doch gibt es dieses Problem sehr wohl. Das Problem liegt im gesellschaftlichen Wandel unserer Zeit, welcher auch nicht an den Feuerwehren vorbeigeht. Der finanzielle Unterhalt der Feuerwehren und die Beschaffung der notwendigen Einsatzmittel im Wirkungskreis einer Kommune sind mit Sicherheit lösbare Aufgaben. Jedoch die Bereitstellung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte in ausreichender Anzahl und Tagesalarmsicherheit ist die viel größere Herausforderung. Wenn der gemeine Bürger die Freiwillige Feuerwehr als einfachen Dienstleister sieht, der kostenneutral jederzeit für jegliche Hilfe zur Verfügung steht, werden wir an unsere Leistungsgrenze kommen. Wenn der Bürger nicht bereit ist, ein Teil seiner Zeit für das Gemeinwohl einzusetzen oder zumindest das Gemeinwohl zu unterstützen ist dieses System nicht überlebensfähig. Wenn die politisch verantwortlichen Personen es schaffen, die Wertigkeit, die Notwendigkeit und den Stellenwert der Freiwilligen Feuerwehren noch tiefer zu verinnerlichen und in die breite Öffentlichkeit zu tragen, wird der ehrenamtliche Dienst für die Ausübung dieser kommunalen Pflichtaufgabe weiter möglich sein. In diesem Sinne wird die Kreisbrandinspektion Forchheim alles dafür tun, unsere Feuerwehren und unser Ehrenamt weiter zu stärken!

Ich danke allen Feuerwehrkameraden in ihren Wehren, dass sie durch ihren Dienst einen wichtigen und nicht ersetzbaren Bereich in unserer Gesellschaft übernehmen. Ich danke allen politisch verantwortlichen Entscheidungsträgern für die Unterstützung bei den wachsenden Herausforderungen für unsere Feuerwehren. Lasst uns diese Weihnachtszeit nutzen, um Kraft für das neue Jahr zu schöpfen, ein bisschen sortieren – Wichtiges von Belanglosem unterscheiden – und einen guten Weg für das nächste Jahr wählen. Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr viel Glück, Gesundheit und Gottes Segen.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.