Jugendfeuerwehr Forchheim erlebt spannendes Wochenende auf der Isar

geschrieben von: Carola Schmidt | FF Forchheim

Auf Einladung der Jugendfeuerwehr Bayern durfte die Jugend der Forchheimer Feuerwehr ein Erlebniswochenende in Königsdorf verbringen. So machten wir uns an einem Freitag im Juni gleich nach Schulschluss auf in unser bisher größtes Abenteuer.

Wir fuhren in die Jugendsiedlung Hochland im Landkreis Bad Tölz, um an einem Floßbau-Teamevent teilzunehmen, dessen Ziel es war, die Teamarbeit in der Gruppe zu stärken und die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen, im Team zusammenzuarbeiten und den Fähigkeiten der einzelnen Teammitgliedern zu vertrauen. Zudem sollte sich jeder beim Bau eines Floßes einbringen und natürlich auch das Element Wasser besser kennenlernen.

Nach einer dreistündigen Fahrt kamen wir in der Jugendsiedlung an und wurden sogleich von unserem Betreuer, dem Wildnis- und Erlebnispädagogen Herrn Moritz Leininger begrüßt. Nach kurzer Einweisung und Rundgang auf dem Gelände ging es dann auch schon zum Abendessen. Danach bezogen alle ganz eifrig die Zimmer, um dann auch gleich mit der ersten Teamrunde zu starten. Hier stellte uns Moritz den Wochenendablauf vor und nach einer kurzen lustigen Spielerunde ging es dann auch schon direkt in das Abendprogramm über. Hier durften sich alle nochmals mit Tischtennis und Fußball austoben, bevor wir den Abend dann gemütlich am Lagerfeuer ausklingen ließen.

Am Samstag nach dem Frühstück trafen wir uns dann an der Bootsgarage, um in zwei Gruppen zwei identische Flöße zu bauen, mit denen wir dann eine ca. 7 km lange Strecke auf der Isar von Arzbach nach Bad Tölz zurücklegen wollten.

Nach kurzer Einführung von Moritz Leininger und einem weiteren Kollegen Christian Frohnwieser und die Einteilung in zwei etwa gleich starke Gruppen ging es dann an das Floßbauen. Zur Verfügung standen aufblasbare Schwimmkörper, Bretter und Seile. Weitere Vorgaben oder eine Anleitung für den Bau gab es nicht, es wurde lediglich die Anzahl der Schwimmkörper von unseren Guides vorgeben. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, dass beide Gruppen identische Flöße bauen sollten, sich aber gegenseitig beim Bau nicht über die Schulter schauen durften.

Wir machten uns sogleich an die nicht ganz einfache Aufgabe und waren nach der Zeitvorgabe von 1,5 Stunden selbst von unseren guten Ergebnissen überrascht. Nach der Fertigstellung ging es mit dem Teamleiter zur Begutachtung und zur Reflektion der Teamaufgabe.

Hungrig und abenteuerlustig gingen wir dann erst zum Mittagessen, um uns für den aufregenden Nachmittag zu stärken. Danach durften wir uns alle mit sehr viel Gelächter in einen Neoprenanzug, einer Schwimmweste und einem Helm quetschen. Nun wurde es ernst und wir durften die Flösse auf einen Anhänger aufladen und in den Shuttlebus einsteigen.

Nach einer kurzen Autofahrt und zunehmender Nervosität kamen wir dann in Arzbach am Einstiegspunkt an. Zuerst mussten wir jeweils unser Floß eine kurze abschüssige Böschung hinunter transportieren, um dann bereits mit großen Augen die erste Strömung der Isar in zu begutachten. Ein wenig mulmig war uns schon, da wir so gar keine Ahnung hatten, was uns eigentlich erwartet oder wie wir uns auf der Isar verhalten sollten.

Nach kurzer Besprechung über die Sitzordnung ging es auch schon los, das erste Floß überstand die erste Strömung gerade so, dass zweite Floß verlor hier bereits das erste Mal die Hälfte der Besatzung in der 14 °C kalten Isar. Wir ließen uns dadurch aber nicht entmutigen und meisterten viele Stromschnellen, sowie einige seichte Stellen, umschifften Hindernisse, und verloren hin und wieder einen Passagier und paddelten teilweise wie Weltmeister. So meisterten wir die ca. 7 km lange Strecke im Team mit der Hoffnung, dass unser selbstgebautes Floß auch lange genug halten würde, da sich hier und da die Konstruktion bereits zum Teil auflöste.

Glücklich, hungrig und ein bisschen frierend erreichten wir dann nach gut 2 Stunden Bad Tölz. Hier mobilisierten wir unsere letzten Kraftreserven und hievten die Flösse aus der Isar wieder zurück auf den Anhänger. Unser Shuttle Bus wartete bereits und wir fuhren dann sehr erschöpft aber glücklich zurück nach Königsdorf.

Für das Abendprogramm stand dann Gott sei Dank das WM Gruppenspiel Deutschland – Schweden auf dem Plan, sodass wir unsere schmerzenden Knochen nicht mehr viel bewegen mussten.

Nach einer kurzen Nacht und dem Frühstück stand dann eigentlich als weiterer Programmpunkt eine weitere Teamarbeit mit Niedrigseilelementen an. Allerdings wurden wir schon beim Frühstück von Moritz mit der Nachricht überrascht, dass wir stattdessen auch das Bergwacht Sicherheits- und Ausbildungszentrum in Bad Tölz besichtigen könnten. Wir hatten während der Lagerfeuergespräche am Freitagabend unser Interesse bekundet und Moritz hat seine Kollegen der Bergwacht gefragt, ob wir dieses Zentrum besuchen dürfen. Natürlich waren wir da sofort hellauf begeistert. Mit staunenden Gesichtern betraten wir dann die Halle in Bad Tölz, in der über uns ein Hubschrauber fest montiert an einem Fahrgestell gerade mitten in einer Rettungsaktion schwebte.

In dieser Halle können die Mitglieder der Bergwacht, sowie auch andere Hilfsorganisationen alle möglichen Szenarien üben. So kann man z. B. mit dem Hubschrauber verschiedene Rettungsaktionen aus der Luft, im Keller eine Höhlenrettung und sogar mitten in der Halle mit Hilfe eines Wasserbeckens eine Wasserrettung üben. Während unseres Aufenthaltes durften wir allerhand gestellte Rettungseinsätze begutachten, drei von unseren Mädels wurden auch sogleich aus einem Skilift „gerettet“.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten wir uns von Moritz und traten dann mit vielen neuen Eindrücken die Heimreise an.

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