Nachbesprechung zum schweren VU auf der B470

geschrieben von: Wunner Wolfgang | Kreisbrandinspektor

WEILERSBACH - Am 03.01.2019 kam es gegen 16.20 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall auf der B 470 zwischen Reuth und Weilersbach. Zwei Fahrzeuge waren dort frontal zusammengestoßen. Ein Fahrzeug kam aus ungeklärter Ursache ins Bankett und schleuderte dann auf die Gegenfahrbahn in einem mit 5 Personen besetzten PKW.

Während der einzelne Fahrzeugführer von Ersthelfern aus dem Fahrzeug gerettet wurde, gestaltete sich die Rettung aus dem anderen Fahrzeug schwieriger. Fahrerin und Beifahrerin waren eingeklemmt. Nachdem die 3 Kinder und Jugendlichen aus dem hinteren Bereich bereits dem Rettungsdienst übergeben worden waren, begann man in Absprache mit den zuständigen Notärzten an beiden Seiten gleichzeitig mit der Befreiung der beiden Eingeklemmten. Hierbei arbeiteten die beiden Feuerwehren Kirchehrenbach und Weilersbach Hand in Hand und ergänzten, je nachdem was nötig war, ihre Ausrüstung. Nach kurzer Zeit konnten beide Frauen dem Rettungsdienst übergeben werden. Für den Fahrer des anderen Fahrzeuges kam allerdings jede Hilfe zu spät und er verstarb. Die Fahrerin kam mit dem Rettungshubschrauber  (ITH Christoph Nürnberg) in die Klinik. Die anderen verletzten Personen kamen in umliegende Kliniken. Die B 470 blieb für ca. 4 Stunden komplett gesperrt. Vor Ort waren mit insgesamt 60 Einsatzkräfte die Feuerwehren Reuth, Kirchehrenbach und Weilersbach, die sich gegenseitig bei der Ausleuchtung, Absperrung, Umleitung, Rettung und Reinigung unterstützen. Von der Kreisbrandinspektion waren auch KBR Oliver Flake, KBI Wolfgang Wunner, KBM Jan Gruska und KBM Dietmar Willert vor Ort. Bezirksübergreifend hatte KBI Wolfgang Wunner als ersteintreffender Führungsdienstgrad die Einsatzleitung. Der Rettungsdienst aus den verschiedensten Organisationen war mit 6 Notärzten, einem leitenden Notarzt, eine Vielzahl von Rettungssanitätern und diversen Fahrzeugen vertreten. Die Unfallaufnahme erfolgte durch die Polizeiinspektion Forchheim unter Führung eines Sachverständigen und der Staatsanwalt.

Auf Anregung vom 1. Kommandanten der Feuerwehr Weilersbach Michael Henkel erfolgte dann am 08.01.2019 eine Nachbesprechung aller beteiligten Organisationen im vollbesetzten Feuerwehrgerätehaus in Weilersbach. Die Polizei war durch Herrn Robert Schaffranitz, der auch den Polizeieinsatz geleitet hat, vertreten. Die Rettungsorganisationen waren an der Spitze mit Leitender Notarzt Dr. Andres Wetzler und andere Vertretern der verschiedenen Organisationen gekommen. Die  3 „Paten“Feuerwehren Reuth, Kirchehrenbach und Weilersbach sowie die beteiligten Führungsdienstgrade waren ebenfalls vor Ort. Unter der Moderation von Michael Henkel begann nun der Erfahrungsaustausch. Alle waren sich einig, dass diese Extremsituation mit 6 Verletzten von allen in Ruhe und mit Routine abgearbeitet wurde. Hierbei wurden auch einige Unstimmigkeiten beseitigt, als die verschiedenen Organisationen ihre Seh- und Arbeitsweise schilderten. Ein Problem dabei war immer die Kennzeichnung der verschiedenen Einsatzkräfte, hier wolle man weiter Aufklärungsarbeit betreiben u.a. mit gemeinsamen Treffen und Übungen. Auch der Umgang mit der Presse wurde diskutiert. Diverse Verbesserungen wurden angesprochen und werden bei den nächsten Einsätzen wohl umgesetzt. Robert Schaffranitz von der Polizeiinspektion erläuterte nochmals die Arbeitsweise der Polizei. Zum einem bedankte er sich bei den Rettungsorganisationen für ihren Einsatz und zum anderen bat er um Verständnis, dass die Feuerwehren 4 Stunden im Einsatz sein mussten, damit eine genaue Unfallaufnahme möglich war. Nach kurzer Diskussion war das übereinstimmende Fazit aller Teilnehmer, dass diese Nachbesprechung sehr viele positive Effekte erzielt hat und man diese öfters auch zeitnah abhalten sollte. Dadurch könnte jeder nur noch besser in diesen Situationen reagieren. Zum Abschluss dankte Michael Henkel allen Organisationen für ihre Teilnahme.

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