Neuer Einsatzleitwagen für den Katastrophenschutz im Landkreis Forchheim

geschrieben von: Andreas Hofmann | KFV Forchheim

Seit Ende November verfügt die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) des Landkreises Forchheim über einen neuen Einsatzleitwagen. Als Basisfahrzeug dient ein Volkswagen Crafter mit 177 PS und einem 8-Gang Automatikgetriebe. Das Fahrgestell verfügt über zahlreiche Fahrerassistenzsysteme wie beispielsweise einem sensorgesteuerten Flankenschutz, Front Assist, Park Pilot, Lichtautomatik sowie eine Geschwindigkeitsregelanlage. Des Weiteren kann der Fahrzeuginnenraum über eine motorunabhängige Standheizung beheizt werden.

Der Ausbau zum Einsatzleitwagen erfolgte durch die Firma COMPOINT Fahrzeugbau in Forchheim. Hier wurde der Transporter mit der Sondersignalanlage, der umfangreichen Kommunikationstechnik sowie den funktionalen Möbel- und Regaleinbauten ausgestattet und nach den Vorgaben von Landkreis und Kreisbrandinspektion beklebt.

Zwei Hänsch DBS4000 sorgen in Verbindung mit vier Frontblitzern für eine optimale Sichtbarkeit bei Einsatzfahrten. Im hinteren Blaulichtbalken sind des Weiteren Arbeitsscheinwerfer und ein Heckwarnsystem integriert. Für die akustische Wahrnehmbarkeit sorgt, neben dem elektronischen Sondersignal, eine Pressluftanlage aus dem Hause Martin. Die LED-Umfeldbeleuchtung ermöglicht ein sicheres Arbeiten außerhalb des Fahrzeugs auch bei Dunkelheit. Eine, auf der Beifahrerseite angebrachte, Markise sorgt für einen Witterungsschutz bei Besprechungen am Fahrzeug. Bei Bedarf kann diese auch mit Seiten- und Frontteilen ausgestattet und so zu einem Vorzelt umfunktioniert werden.

Im Innenraum wurde ein großer Arbeitstisch mit drei Funkarbeitsplätzen in L-Form realisiert. Sowohl der Fahrer- als auch der Beifahrersitz lassen sich zur Arbeitsfläche hin drehen, sodass diese für kleine Besprechungen oder als weitere Arbeitsplätze genutzt werden können. Insgesamt können mit dem ELW fünf Einsatzkräfte zur Einsatzstelle ausrücken.

Der Strombedarf wird über drei Batterien gedeckt. Die Startbatterie versorgt alle fahrzeugeigenen Verbraucher. Sondersignalanlage, Ladehalterungen und sämtliche Beleuchtungstechnik werden von der originalen Zusatzbatterie versorgt. Die komplette Funk- und EDV-Technik wird von einem Lithium Batterie System mit eigenem Wechselrichter gespeist, welches die gleichen Eigenschaften bietet, wie eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Für eine sichere Telefon- und Internetanbindung sorgen ein ISDN-IP-UMTS Gateway und ein Multi-WAN Router mit jeweils zwei SIM-Karten von verschiedenen Netzanbietern. Auch die vorhandene, externe SAT-Anlage kann über das Einspeise-Anschlussfeld an der Fahrzeugaußenseite angebunden werden und den ELW mit Internet und einer weiteren Telefonleitung speisen. Die Vermittlung der Telefongespräche und Fax-Nachrichten übernimmt eine separate Telefonanlage. Per WLAN lassen sich verschiedene Geräte drahtlos an das Netzwerk des Fahrzeugs anbinden. Ebenso lässt sich der Einsatzleitwagen als Client in vorhandene Drahtlosnetzwerke einbinden und so die Internetverbindung von diesen nutzen.

Den Funkverkehr können die Einsatzkräfte über vier eingebaute MRTs abwickeln. Ebenso können ein Motorola sowie ein Sepura Handfunkgerät in die Funkanlage integriert und diese somit erweitert werden. Zur Bedienung und Besprechung der Funkanlage wurde das Fahrzeug mit einem LARDIS Funkbediensystem ausgestattet. Dies ermöglicht dem Bedienpersonal Zugriff auf allen Funkgeräten und Telefonleitungen gleichzeitig über einen Touchscreenmonitor. Im Fahrerraum kommt ein LARDIS-Pilot zum Einsatz. Hier wird über das Navigationsgerät die Einsatzzielführung, die Funkbedienung sowie die Anzeige der Rückfahrkamera abgebildet.

Für Recherchezwecke und die Einsatzdokumentation steht an jedem Arbeitsplatz ein eigener PC mit Internetanbindung und einem 22“ Monitor zur Verfügung. Als zentrale Datenablage und Vorrüstung für eine künftige Einsatzführungssoftware dient ein Server-PC, auf welchem gleichzeitig eine Langzeitdokumentation des Funkverkehrs realisiert ist.

Im Geräteraum werden ein 13 kVA Stromerzeuger, eine Kühlbox, ein Monitor zur externen Lagedarstellung, zwei Whiteboards, zwei Biertische, diverses Verkehrsabsicherungs- und Erste-Hilfe-Equipment und zahlreiches Material und Zubehör zur Lagekartenführung mitgeführt. Ebenfalls im Laderaum befindet sich ein pneumatisch ausfahrbarer Mast, an welchem eine Wetterstation, eine weitere Digitalfunkantenne und eine Rundumkennleuchte, zur Kennzeichnung des Standortes der Einsatzleitung, angebracht werden können. Des Weiteren zählen drei Notebooks, zwei Tisch- und sechs schnurlose Telefone, zwei Handlampen und acht digitale Handfunkgeräte zur Beladung.

Die Anschaffungskosten des Einsatzleitwagens betrugen rund 200.000 €. Der Freistaat Bayern förderte die Anschaffung mit 100.000 €.
Der UG-ÖEL steht nunmehr ein Fahrzeug zur Verfügung, das voll und ganz auf die Anforderungen bei größeren Einsätzen zugeschnitten ist.

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