Vermeidung von Beeinträchtigungen des Trinkwassers bei Löschwasserentnahmen

geschrieben von: Flake Oliver | Kreisbrandrat

Sehr geehrte Kameraden,

das schon lange bestehende Arbeitsblatt W 405 des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.) enthält Ausführungen darüber, wie der Löschwasserbedarf zu ermitteln ist und unter welchen Bedingungen das Versorgungsunternehmen diesen Bedarf gegebenenfalls decken kann. Das neue, zusätzliche DVGW-Arbeitsblatt W 405-B1 » Bereitstellung von Löschwasser durch die öffentliche Trinkwasserversorgung; Beiblatt 1: Vermeidung von Beeinträchtigungen des Trinkwassers und des Rohrnetzes bei Löschwasserentnahmen « behandelt die eigentliche Löschwasserentnahme am Hydranten bzw. über das Standrohr.
 
Diese fordert Systemtrenner, Vakuumbrecher (Belüfter), Sammelstücke mit Einzelabsicherung (zum Einbau in Förderstrecken) und freiem Auslauf zur Tankbefüllung um den Rückfluss von Kontaminierten Wasser in das Trinkwassernetz zu vermeiden.
 
Nun werden die (Fahrzeug-) Normen angepasst und die Norm für feuerwehrtaugliche Systemtrenner erarbeitet. Die Verfahren für alle Normanpassungen laufen. Eine zeitliche Prognose bis zur Normveröffentlichung sei jedoch schwierig. Die Anpassung bestehender Normen, zum Beispiel die des Standrohres, werde vermutlich in eineinhalb Jahren abgeschlossen sein. Die Norm für den »Systemtrenner Feuerwehr« sei Neuland und daher vermutlich länger in Arbeit.
 
In der einschlägigen Fachpresse (siehe obige Textauszüge) wird auf das im Juni veröffentliche Arbeitsblatt und auf dessen sofortige Umsetzung hingewiesen. Dies hat bei den Feuerwehren natürlich zu Verunsicherung geführt, die wir gerne aufklären möchten.
 
Durch die erfolgte Anfrage über das weitere erforderliche Vorgehen der Feuerwehren im Landkreis Forchheim durfte ich ein Gespräch mit dem Innenministerium führen, welches folgendes Ergebnis erbrachte:

Durch die fehlenden Normen für die benötigten Armaturen und Fahrzeuge bestehe für die Feuerwehren momentan noch kein Handlungsbedarf. Ich erwarte in absehbarer Zeit vom Innenministerium eine Information an die Gemeinden, wie das weitere Vorgehen sein wird und welche dann genormte Beschaffungen in diesem Zusammenhang notwendig sind. Bei etwaigen Forderungen der Wasserversorger sind nach Absprachen ggf. Übergangslösungen zu schaffen. Auch der Landesfeuerwehrverband wurde zu diesem Sachverhalt angefragt, welcher jedoch nur auf das Ministerium verweisen kann. Ich erwarte eine klare Handlungsanweisung der verantwortlichen Stellen, um ein sicheres Vorgehen unserer Feuerwehren sicherzustellen. Vorab können wir uns jedoch nur nach der Aussage des Innenministeriums richten.
 
Gerne stehe ich für Rückfragen zur Verfügung.

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Oliver Flake
Kreisbrandrat

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